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SAP Teil 3

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 News Direkter Zugriff auf Archivdaten für Finanzbehörden
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Laut den GDPdU sind Firmen dazu verpflichtet, den Steuerbehörden Zugang zu allen relevanten Daten aus Finanz-, Anlagen- und Lohnbuchhaltung zu ermöglichen – unabhängig davon, ob diese sich noch im aktuellen Datenverarbeitungssystem befinden oder aber bereits archiviert und auf andere Medien ausgelagert wurden. Der Zugriff auf Archivdaten sowie deren Auswertung muss über das DV-System oder durch Überlassung der gespeicherten Unterlagen auf Datenträgern gewährleistet sein. Aus diesem Grund reicht es künftig nicht mehr aus, im Voraus erzeugte Drucklisten bereitzustellen, die zum Beispiel auf einem optischen Archivsystem abgelegt sind.

Wie lässt sich nun der geforderte Online-Zugriff auf die Archivdaten in SAP R/3 realisieren? Eine Option ist die sequenzielle Verarbeitung der archivierten Daten. Diese führt bei großen Datenvolumina jedoch zu langen Laufzeiten bei der Auswertung, weil Information fehlen, die einen Direktzugriff zulassen: beispielsweise das Buchungsdatum, um Belege eines Buchungsmonats aufzurufen. Das Fehlen des Selektionskriteriums resultiert daraus, dass beim Verwenden der SAP-Datenarchivierung diese Metainformation – also die Verknüpfung zwischen Beleg und einem Konto, Buchungsdatum, Auftrag oder Kostenstelle – in der Regel gelöscht wird.

Allerdings lässt sich in einzelnen SAP-Applikationen wie der Finanzbuchhaltung die feste Verknüpfung zwischen Konten und Belegen entkoppeln: Wird ein Beleg archiviert, verbleiben die dazugehörigen Indexinformationen für die Fundstelle im SAP-Archivfile und die Belegnummern, die zu einem Konto gehören, in der SAP-Datenbank. Dadurch lässt sich auch nach der Archivierung der Daten weiterhin direkt auf diese zugreifen. Jedoch ist bei diesem Vorgehen zu beachten, dass die Indexdaten bis zu 40 Prozent des Gesamtbeleges ausmachen können. Bei großen Volumina von mehreren Millionen Belegen in einem Geschäftsjahr gilt es daher, die Systemkonfiguration so auszulegen, dass sich für den prüfungsrelevanten Zeitraum beziehungsweise die gesetzliche Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren diese Strategie auch tatsächlich durchhalten lässt.

Will sich nun der Steuerprüfer die Daten online ansehen, kann er dies mit dem Document Relationship Browser tun. Dabei handelt es sich um ein Standard-Tool von SAP, mit dem sich komplexe betriebswirtschaftliche Vorgänge kontextbezogen aus Datenbank und Archivdaten anzeigen lassen. Allerdings erfordert dies den "Umweg", erst über die Funktionalität des SAP Archive Information Systems Indexdaten zu generieren und diese dann in der SAP-Datenbank zu speichern.

Mehr Komfort durch Add-ons

Anzeigen von Einzelposten
Mit Hilfe der PBS archive add ons – zertifizierte Ergänzungslösungen zur SAP-Datenarchivierung des SAP-Partners PBS Software GmbH – lassen sich die zuvor erläuterten Einschränkungen umgehen. Diese Add-ons stellen den Anwendern Archiv- und Datenbankdaten über erweiterte integrierte SAP-Standard-Transaktionen wieder zur Verfügung. Dabei sind solche Transaktionen von Relevanz, die Anzeigecharakter haben: beispielsweise die Einzelposten zum Debitor, Kreditor oder Sachkonten aus der Finanzbuchhaltung oder aber auch Aufträge zum Auftraggeber aus dem Vertrieb beziehungsweise Bestellungen zum Material aus der Materialwirtschaft.

Der Vorteil der durch PBS archive add ons generierten Indexdaten: Indem sie außerhalb der SAP-Datenbank abgelegt und durch ein spezielles Langzeit-Archivkonzept verwaltet werden, lassen sich die Anforderungen des unmittelbaren Datenzugriffs durch die Steuerbehörden vollständig erfüllen. Darüber hinaus gestatten es die Add-ons Unternehmen, die konsequent die SAP-Datenarchivierung verwenden, auf Archivdaten zuzugreifen, ohne dabei Abstriche hinsichtlich der Qualität und Quantität der Informationen hinnehmen zu müssen.

Zugriff auf Archivdaten über Datenträger
Neben dem unmittelbaren Zugriff über das DV- beziehungsweise das SAP-System haben Finanzbehörden auch das Recht, sich mittelbar – also über Datenträger – Zugang zu den digitalen Informationen zu verschaffen. Zu diesem Zweck muss der Steuerpflichtige alle steuerrelevanten Daten für die zu prüfenden Perioden so vorhalten, dass sich diese aus dem SAP-System auf einen Datenträger extrahieren und sich mit Auswertungstools der Finanzbehörde bearbeiten lassen. Neben der Business-Intelligence-Komponente SAP Business Information Warehouse einschließlich Queries kommen im SAP-Umfeld für dieses Szenario ABAP-Reports sowie das SAP Data Retention Tool (SAP DART) als Lösungsansatz in Betracht. SAP DART ist sofort einsetzbar, da es in einer Standardinstallation von SAP R/3 enthalten ist und somit keine weiteren Lizenz-Gebühren anfallen. Das SAP-Werkzeug ist ab SAP R/3 4.6B in der Standardauslieferung enthalten, es kann aber auch als Add-on-Komponente in frühere Releasestände installiert werden (siehe SAP-Note 99914).

Erweiterte DART-Funktionalität


Mit SAP DART lassen sich Daten in vordefiniertem Umfang extrahieren und auf externen Datenträgern oder auf einem Fileserver für die gesetzliche Aufbewahrungsfrist ablegen. Zum Prüfungszeitpunkt werden dann Views auf die Datenextrakte gebildet, die vom Umfang und Zeitraum her den Anforderungen der Finanzbehörde entsprechen. Welche Feldinhalte aus Stamm- und Bewegungsdaten die Views enthalten sollen, ist mit der Finanzbehörde abzustimmen.

Das SAP-DART-Konzept sieht zwar prinzipiell die Möglichkeit vor, Archivdaten zeitweilig in temporäre – nicht in die originären – Tabellen zurückzuladen, um Extrakte zu generieren, doch ist dieses Vorgehen aus Laufzeitgründen nicht empfehlenswert. Auch lassen sich die vom Buchhaltungsbeleg abhängigen Belege aus Vertrieb (SD) oder Materialwirtschaft (MM) nicht über die eingegrenzte Buchungsperiode in das SAP-System zurückholen, da sie ausschließlich über die Belegnummer dem Finanzbuchhaltungsbeleg zugeordnet werden. Dadurch sind mehr Belege in das SAP-System einzustellen als tatsächlich für den Extraktbestand benötigt werden. Die Tendenz bei SAP-Anwendern geht daher eher in die Richtung, die Extraktbestände vor dem Archivierungsprozess zu generieren.

Direktzugriff über Archivindizes


PBS hat in Kooperation mit SAP das SAP-DART-Konzept dahingehend erweitert, dass das Rückladen von SAP-Archiv-Dateien in temporäre Datenbanktabellen entfallen kann. Dadurch lassen sich in einem Extraktionslauf mit SAP DART Datenbankdaten und zuvor erzeugte Archivdaten direkt zur Selektion heran ziehen. Als Grundlage dienen hierzu die generierten Indizes der PBS archive add ons beziehungsweise ein mit PBS-Mitteln generierter Archivindex, der einen Zugriff auf archivierte Unterlagen über Buchungsdatum, Fakturanummer oder Bestellnummer zulässt.

Das PBS-Konzept bietet zwei Vorteile: Zum einen wird durch konsequentes Archivieren die Datenbank in einem performanten Zustand gehalten. Zum anderen muss nicht permanenter Speicherplatz vorgehalten werden, um die Extraktbestände bis zu ihrer Verwendung zwischenzulagern. Die Bestände lassen sich quasi nach Bedarf erzeugen. PBS realisiert im Augenblick mit Pilotkunden die PBS-DART-Version CDART (Complete Data Retention Tool). Mit einem marktfähigen Produkt ist zu Beginn des zweiten Halbjahres 2002 zu rechnen.

Autor: Walter Steffen

Weiterführende Informationen


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